„Jede Medaille hat zwei Seiten“: Wie zumeist im Leben bringen besondere Stärken auch Schwächen mit sich. Die Stärke eines WDVS ist die Wirtschaftlichkeit eines Verbund-Systems. Das heißt: Die drei Hauptkomponenten (Dämmplatten, Armierung und Oberputz) werden im Verbund direkt auf den tragenden Außenwänden verklebt – es ist keine aufwendige Unterkonstruktion und Bekleidung notwendig. Das spart Zeit, Material und Geld.
Der Nachteil eines Verbund-Systems: Die Verklebung der einzelnen Komponenten sorgt dafür, dass das Dämmsystem nicht sortenrein zurückgebaut und recycelt werden kann. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Das Gebot der Stunde lautet: kreislauffähig, ressourcenschonend und nachhaltig, also im Idealfall auch nachwachsend.
Zirkularität – was ist das:
Zirkularität ist eines der Themen beim nachhaltigen Bauen. Gemeint ist damit, dass Gebäude heute so geplant und gebaut werden, dass eine spätere Umnutzung oder ein Teil- oder Vollrückbau möglich ist, ohne dabei die wertvollen und auch ressourcenintensiven Bauteile und Baustoffe komplett entsorgen zu müssen. Dafür ist eine möglichst einfache Trennbarkeit der Baustoffe der entscheidende Parameter.
Ein vollständig rückbaubares WDV-System

- Zum einen Wärmebrücken zwischen Mauerwerk und Außenputz
- zum zweiten unschöne Dübelabdrücke auf der Putzoberfläche und
- zum dritten auch, dass die Schraubenköpfe der Dübel durch den Putz zugesetzt werden und später nicht mehr lösbar sind.
Im Prinzip entspricht der Aufbau der bekannten Baupraxis für WDV-Systeme, damit sich Fachhandwerksbetriebe in ihrer Arbeitsweise nicht wesentlich umstellen müssen – nur der Anfang unterscheidet sich leicht: Die Dämmplatten werden ohne Klebemörtel mit Schraubdübeln an der Wand befestigt. Die Dübellöcher werden mit den passenden Rondellen verschlossen, die für einen späteren Rückbau wieder entnommen werden können, um die Verschraubung zu lösen.

Auf der Separationsschicht folgt der weitere Aufbau wie für jedes WDVS üblich: Ein Armierungsputz inklusive Armierungsgewebe schafft einen stabilen Untergrund für den Oberputz auf den elastischen Dämmplatten, der den Witterungsschutz, die Schlagresistenz und die Gestaltung übernimmt.
Als Dämmstoffe stehen Mineralwolle und seit kurzem auch natürliche Holzweichfaserplatten mit hoher Rohdichte zur Auswahl. So kannst Du entscheiden, was Dir wichtiger: In Sachen Brandschutz bietet Mineralwolle mit der Brandschutzklasse A1 die höchste Sicherheit. GUTEX Holzweichfaser-Dämmplatten aus dem natürlichen, nachwachsenden Rohstoff Holz sind die erste Wahl für umweltbewusste Hausbesitzer:innen. Sie sind aufgrund ihrer sehr hohen Diffusionsoffenheit feuchteregulierend, überlegen im sommerlichen Hitzeschutz und begünstigen ein angenehmes Raumklima.
Die soliden Holzweichfaser-Platten mit ihrer hohen Rohdichte in Verbindung mit dem dickschichtigen mineralischen Oberputzen sorgen für einen massiven Aufbau auch bei leichten Konstruktionen. Dies verbessert den Schallschutz und zusätzlich auch die Wärmespeicherkapazität und puffert Temperaturschwankungen ab. Die hohe Wärmespeicherfähigkeit der Wand begünstigt zudem die schnelle Abtrocknung der Fassadenoberfläche und beugt Veralgungen vor. Der mineralische Oberputz ist ein weiterer Baustein des weber.therm circle Systems, der das einfache, sortenreine Recycling der gesamten Putzschicht ermöglicht.


