Vorsorge- und Sanierungsmaßnahmen bei Hochwasser
Tipps zur präventiven Absicherung bei Hochwasser:
Schutz vor Rückstau aus dem Kanal
Der Rückstau aus dem Abwasserkanal ist bei Weitem die häufigste Schadensursache bei Starkregenereignissen und liegt allein in der Verantwortung des Hauseigentümers! Auch kann durch länger anhaltende Regenfälle der Grundwasserstand so weit ansteigen, dass durch die nicht immer dichten erdverlegten Abwasserkanäle das drückende Grundwasser bis ins das Gebäude eindringt.
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
Hierbei können wir Sie mit unserem Umfangreichen Angebot an Rückstausystemen für Grau- und Schmutzwasser unterstützen!
Bauliche Maßnahmen
hierunter fallen z.B. folgende Überlegungen bei Neubau sowie bei Sanierung:
- Einbau von hochwasserdichten Kellerfenstern in Kombination mit hochwasserdichten Lichtschachtsystemen.
- Verbau von einer Hausdrainage, um Wasser von Ihrer Kellerwand schnell und effektiv in eine Rigole abzuleiten. Hierbei sollte auch die Größe der Auffangrigole großzügig bemessen werden, damit für den Fall der Fälle ausreichend Kapazität zur Verfügung steht.
- Abdichtung der Kellerwände gegen drückendes Wasser.
- Vorrangig die Hauseingänge (Haustüre, Terrassentüre) mit mindestens einer ca. 15 cm hohen Stufe planen und bauen.
- Sollte der erhöhte Eingang nicht machbar oder gewünscht sein, eine ausreichend große Rinne vor der Eingangstüre verbauen, um anstehendes Oberflächenwasser abzuleiten.
- Einbau von druckdicht abschließbaren Haustüren.
- uvm.
Hierbei unsterstützen wir Sie gerne mit der richtigen Beratung und Materialien.
Allgemeine Tipps
- Lagern Sie Ihre wichtigen Unterlagen und wertvolle Sachen nicht im Keller sondern in höher gelegenen Räumlichkeiten.
- Sollten Sie in Risikogebieten leben, empfiehlt es sich evtl. auch ein paar eigene Sandsäcke zu bevorraten um Türbereiche und Lichtschächte schnell vor eindringendem Wasser schützen zu können.
- Sollte es zum Extremfall kommen empfiehlt es sich auch einen kleinen Vorrat für ein paar Tage in oberen Räumen zu lagern, falls Evakuierungen nicht sofort erfolgen können.
- Für kurzfristige Evakuierungen sollten Sie auch jederzeit eine kleines Notgepäck vorhalten.
Schritte nach dem Weichen des Hochwassers
- Beginnen Sie mit den Abpumparbeiten im Haus erst, wenn Sie sicher sind, dass der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist. Vorsicht, Sie beschädigen ansonsten die Bodenwanne des Hauses. Bitte achten Sie auf Informationen der Gemeinde.
- Machen Sie eine Bestandsaufnahme und fotografieren Sie die Schäden für die Versicherung.
- Räumen Sie Wasserreste und Schlamm aus dem Haus.
- Versuchen Sie den Schlamm im noch weichen Zustand zu entfernen. Ist er erstmal getrocknet kann er hart wie Beton werden.
- Trocknen Sie die Räume so schnell es geht, um Bauschäden oder Schimmel zu vermeiden. Nutzen Sie Heizgeräte für das Trocknen. Sie können gemietet oder ausgeliehen werden.
- Lassen Sie die Elektrik, Heizöltanks und in besonderen Fällen die Baustatik vom Fachleuten überprüfen.
- Wenn Schadstoffe wie Farben, Lacke, Pflanzenschutzmittel, Benzin, Öl etc. freigesetzt wurden, rufen Sie die Feuerwehr.
- Schmutzige, kaputte Möbel und verdorbene Lebensmittel gehören nicht einfach in den Hausmüll, sondern müssen fachgerecht entsorgt werden.
- Essen Sie kein Obst, Gemüse und Salat aus überschwemmten Gebieten. Verständigen Sie bei mit Schadstoffen (zum Beispiel Öl) verunreinigten Gärten oder Feldern das Landratsamt oder das Amt für Landwirtschaft.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Nach Abstimmung mit Versicherungen und evtl. Behörden kann mit der Sanierung begonnen werden. Hierzu erfahren Sie im weiteren Verlauf dieser Seite mehr!
Putz- und Estrichsanierung
Vor dem Start der Sanierung sollte gewährleistet sein, dass der Estrich sowie der Putz und Mauerwerk trocken ist. Wenn Sie hierfür keine Bautrocknungsfirma beauftragt haben, sollte vor der Sanierung eine Kontrolle durch Feuchtemessung durchgeführt werden.
Nicht immer muss der Estrich nach einem Wasserschaden saniert bzw. erneuert werden. In manchen Fällen reicht auch eine Trockenlegung des Estrich aus. Hierzu wird durch eine Fachfirma der Estrich an geeigneter Stelle angebohrt und mit einem speziellen System durch die Löcher mit eine einer Maschine belüftet, um Feuchtigkeit unter dem Estrich auszutrocknen. Ziehen Sie hierzu einen Sanierungsfachbetrieb hinzu, um den Aufwand der Instandsetzung fachmännisch beurteilen zu können.
Sollte der Estrich nicht mehr durch Trocknung zu retten sein, muss dieser herausgestemmt und neu erstellt werden. Für die Neuerstellung gibt es von Nass- oder Trockenestrich zahlreiche Möglichkeiten. Wir informieren Sie darüber gerne in einer persönlichen Beratung.
Ist der Putz und Mauerwerk wieder trocken, kann mit der Sanierung begonnen werden. Bevor Sie mit der eigentlichen Sanierung beginnen, sollten Sie sich überlegen, ob eventuell zusätzliche Maßnahmen wie genereller Feuchteschutz des Mauerwerks oder eine Innendämmung die das Raumluftklima steuert und so auch Feuchtigkeitsprobleme durch zu hohe Luftfeuchtigkeit in den Griff bekommen kann, sinnvoll wären.
Weitere Vorgehensmaßnahmen zur Putz- und Estrichsanierung nach Wasser- und Feuchtigkeitsschäden finden Sie hier auf der Seite in den jeweiligen Fachbroschüren!.
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns!
Lichtschacht und Kellerfenster
Hochwasserdichtes* Kellerfenster:
Das Kellerfenster verfügt über verstärkte Scheiben, eine wasserdichte Blendrahmendichtung, zusätzliche Verriegelungspunkte und pilzförmige Schließzapfen, die einen zusätzlichen Einbruchschutz bieten. Die äußere Scheibe besteht aus Verbundsicherheitsglas und ist im Flügel versiegelt. Die Wohnraumoptik des Fensters bleibt dabei vollkommen erhalten.
Das hochwasserdichte* Kellerfenster sollte gemeinsam mit dem druckwasserdichten Lichtschacht von ACO verbaut werden, es kann diesen nicht ersetzen. Das Kellerfenster kann nicht Bestandteil einer dauerhaften Bauwerksabdichtung nach DIN 18533 sein. Das Fenster muss unterhalb der Lichtschachtkante und Lichtschachtrost verbaut sein. Dies dient dem unbedingten Schutz vor Treibgut. Es ist geprüft für den Einbau in WU-Beton bei genauer Befolgung der Einbauhinweise.
Hochwasserdichte* Kellerfenster gibt es zur Nachrüstung!
*Geprüft durch das ift Rosenheim
Das ACO Therm® Leibungskellerfenster hochwasserdicht ist 24 Std. wasserdicht und hochwasserbeständig gemäß der Richtlinie FE-07/01 „hochwasserbeständige Fenster und Türen“ des ift Rosenheim. Jedes einzelne ACO Therm® Leibungskellerfenster hochwasserdicht wird in der Produktion einem Dichtigkeitstest unterzogen und dann bis zur Inbetriebnahme durch den Endkunden versiegelt.
Lichtschächte und Aufstockelemente druckwasserdicht montieren
Bei der druckwasserdichten Montage wird zwischen der Montage auf weißer und schwarzer Wanne unterschieden. Für die Montage auf weißer Wanne stehen hierbei die Systeme Profix (Montage mittels Montageschienenset) und Dichtfix (Montage mittels Montageschrauben) zur Verfügung. Während für die Montage auf schwarzer Wanne die Edelstahl-Montageschienen in Kombination mit dem an der Wand befindlichen Abdichtungsmaterial in der Regel Bitumendickbeschichtung) genutzt werden kann.
Hierbei muss der Lichtschacht an eine Drainage angeschlossen werden, damit eindringendes Oberflächenwasser über den Gitterrost sicher abgeführt werden kann. Der Anschluss ist dabei mit einem Kugelrückstau gesichert, damit im Fall der Fälle kein Abwasser über die Drainageleitung in den Lichtschacht zurückfließen kann.
Quelle: ACO
Gebäudedrainage
Egal ob als Lager-, Wohn- oder Hobbyraum – soll ein Keller genutzt werden, muss er vor allem eines sein: trocken. Mit einer zuverlässigen Gebäudedrainage wird der Keller dauerhaft vor Feuchtigkeit geschützt und das Haus trocken gehalten. Denn 90% aller Bauschäden im Kellerbereich könnten durch eine fachgerechte Dränung verhindert werden.
Erdberührte Wände und Bodenplatten müssen mit einer Dränanlage nach DIN 4095 geschützt werden. Opti-drän, bestehend aus Stangendränrohr, Schacht und Filtervlies, bildet ein abgerundetes System, das alle Forderungen der DIN 4095 einwandfrei erfüllt. Dies bietet absolute Funktionssicherheit für Planer, Anwender und Bauherren.
Erdberührte Bauteile eines Hauses, wie die Bodenplatte oder der Keller, haben sehr oft Kontakt mit Wasser verschiedenster Art – Grundwasser, Sickerwasser, Schichtenwasser etc. Kommt es zu einem Wasseranstau am Haus, kann dies zu Schäden führen. Gebäudedränung (Ringdränung) in Verbindung mit einer fachgerechten Außenabdichtung der Kellerwand schützt die Kellerräume vor entstehender Feuchtigkeit. Das drückende Stauwasser wird gefahrlos abgeleitet und Durchfeuchtungen können nicht entstehen.
Durch eine ordnungsgemäße Abdichtung mit funktionssicherer Dränung könnten nahezu alle Bauschäden im Kellerbereich verhindert werden. Hervorgerufene Schäden aufgrund von Durchfeuchtung wie beispielsweise Schimmelbefall gehören so der Vergangenheit an. Beim Einbau von Dränanlagen ist dabei die DIN 4095 in vollem Umfang zu beachten.
Quelle: Fränkische Rohrwerke
Bei einer Gebäudedrainage wird das gesammelte Wasser durch Drainagerohre von der Kellerwand abtransportiert und durch eine Rohrleitung an ein Rigolensystem oder ausreichen großen Sickerschacht langsam wieder durch Versickerung dem Grundwasser übergeben.