Damit sich kein Schimmel bildet, müssen Wände, Decken und Böden sorgfältig getrocknet werden - nachdem die Grundreinigung durchgeführt und alle Beschichtungen wie Teppiche, Tapeten usw. entfernt wurden. Nutzen Sie hierfür im besten Fall Bautrocknungsgeräte. Kondensationstrocker können bei warmen Temperaturen eingesetzt werden. In unbeheizten Kellerräumen, in welchen die Temperaturen niedrig sind, sind Adsorptionstrockner geeigneter.
Was tun bei nassen Holzbauteilen
Gerade bei Holzbauteilen ist eine schnelle Trocknung wichtig, um Fäulnis zu vermeiden.
Holzbalkendecken
Die Schüttung in Holzbalkendecken hält die Feuchtigkeit lange und muss deshalb schnell ausgebaut werden. Die Deckenuntersicht kann dabei meist verbleiben. Um die Abtrocknung der Balkenköpfe zu beschleunigen, ist das Mauerwerk um die Balkenköpfe herum freizulegen.
Fachwerk
Wenn das Fachwerk eingeputzt ist, ist der Putz bzw. die Verkleidung beidseitig zu entfernen. Dies ist speziell bei den Schwellen wichtig, weil sich hier Wasser ansammeln kann. Ist die Ausfachung, z. B. bei Lehm, geschädigt, muss auch diese entfernt werden. Im Bereich der Schwellen unterstützt das die Austrocknung noch zusätzlich. In Zapflöchern kann Wasser stehen bleiben, deshalb kontrollieren und ggf. ausblasen.
Wichtig: Halten Sie die Restfeuchte im Blick! Bevor Holzbauteile wieder verschlossen werden, darf die Feuchtigkeit nicht mehr als 20 % betragen.
Was tun ohne Bautrockner? Querlüften hilft
Wenn Sie keinen Bautrockner zur Verfügung haben oder ein Einsatz nicht möglich ist, hilft auch ein sorgfältiger und dauerhafter Lüftungsvorgang die Feuchte in den Räumen zu minimieren. Öffnen Sie dazu die im Raum gegenüberliegenden Fenster und zusätzlich die Türen auf den verschiedenen Etagen des Hauses. Bestenfalls heizen Sie das Gebäude zusätzlich, je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen.
Dämmung
Dämmplatten im Innen- und Außenbereich behindern generell die Austrocknung des Mauerwerks. Bei Mineralwolle und Holzweichfaser wird zudem die Dämmleistung, Struktur und Festigkeit negativ verändert, so dass sie generell entfernt werden müssen. EPS-Dämmstoffe zeigen eine bessere Widerstandsfähigkeit, so dass sie bei einer guten Austrocknung über die Innenwandflächen oder bei geringer Feuchtelast u. U. bestehen bleiben können. Hier kann es dann aber sein, dass bis zur völligen Austrocknung, besonders in der kalten Jahreszeit, Abzeichnungen an der Fassade auftreten. Der Außenanstrich sollte deshalb erst erneuert werden, wenn diese nicht mehr auftreten. Die Dämmplatten im Sockelbereich sollten allerdings immer entfernt werden, wenn hier Holzbalkendecken müssen zum Trocknen komplett freigelegt werden. das Hochwasser angestanden ist.
Fäkalienkeime und Schimmelpilze
Sanosil S010 ist ein chlorfreies Desinfektionsmittel und hervorragend zur Schimmelsanierung sowie zur Desinfektion nach Hochwasser geeignet. Die Wirksamkeit von Sanosil S010 wurde unter anderem vom IKI Institut für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle in Gießen im Februar 2013 nach den Vorgaben der Prüfnorm DIN EN 13697:2015 geprüft. Sanosil S010 (unverdünnt) erfüllt die Anforderungen an die bakterizide Wirkung innerhalb von 5 Minuten bei höherer Belastung (Oberflächen - versuche, Prüfkeim u. a.: Escherichia coli). Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformation lesen. Das Produkt gibt keine toxisch wirkenden Dämpfe an die Umgebung ab. Die gefürchteten Nebenwirkungen von Übergang von Fungiziden in die Raumluft sind auszuschließen.
Heizöl
Wenn das Öl nicht tiefer als einen halben Zentimeter in die Bauteile eingedrungen ist, kann saniert werden. Es reicht aus, den beschädigten Putz abzutragen und die Flächen mit einem Tensid haltigen Reiniger zu behandeln. Bei tiefer gehenden Schäden muss ein Rückbau durchgeführt werden. Eine weitere Möglichkeit ist, das eingedrungene Öl zu versiegeln. In diesem Fall trocknet das Öl jedoch im Gegensatz zu Wasser nicht ab, sondern verbleibt im Bauteil, was zu weiteren Schäden und zur Zersetzung von Baustoffen führen kann.
Modrige Gerüche
Nach einem Hochwasser starten Zersetzungsprozesse, welche unangenehme Gerüche fördern. Durch Oxidation kann der Modergeruch neutralisiert werden, zum Beispiel mit einem Ozongenerator. Die Strukturen der Geruchsmoleküle werden zerstört, ohne mit zusätzlichen Chemikalien tätig werden zu müssen.
*Quelle: Schäden am Bauwerk durch Hochwasser – Erste Maßnahmen (Zentralverband Deutsches Baugewerbe. August 2021)
